VN – Erfolg in der Ferne befeuert Magdeburger Treppchen-Ambitionen!

16. Spieltag Verbandsliga Nord 2017/18

Güsener HC – TuS 1860 Magdeburg-Neustadt 25:29 (12:15)

Erfolg in der Ferne befeuert Magdeburger Treppchen-Ambitionen!

„Auswärtssieg! Auswärtssieg! Auswärtssieg!“ hallt es aus der Jubeltraube der Magdeburger Handballer nach aufreibenden 60 Minuten gegen den Güsener HC. Vor den rund 30 mitgereisten Fans feierten sie ausgelassen die Pluspunkte 20 und 21, die in Güsen eingefahren werden konnten. Die Landeshauptstädter hielten damit ihr kleines Polster auf Rang fünf, den der SV Eintracht Gommern inne hat, aufrecht und verkürzten den Abstand zu Rang drei, auf dem der HSV Haldensleben verweilt. Die Matzat-Sieben hat mit dem Sieg im Jerichower Land zwei ganz entscheidende Punkte im Kampf um die Medaillenränge eingefahren und blickt zuversichtlich in die nächsten Wochen. Dazu aber später mehr.

Zunächst einmal zum Spiel gegen den Güsener HC:
Die Rollenverteilung war von Beginn an fest definiert. Die Neustädter gingen von Tabellenplatz vier als Favorit in die Partie. Die Güsener, ihrerseits Neunter der Gesamtwertung, waren dementsprechend in der Außenseiterrolle, welche durch die Ausfälle der etatmäßigen Rückraumkanoniere Christian und Kevin Haßbargen und weiterer Stammspieler zusätzlich geschwächt wirkten.

Die ersten fünf Spielminuten verdeutlichten die Positionen beider Mannschaften. Gingen die Magdeburger ihrerseits doch zügig mit 3:0 in Front, wobei die Güsener unter die Räder zu kommen schienen. Anschließend jedoch zeigte sich, dass ein taumelnder Boxer mitunter am gefährlichsten ist. Denn nun erwachte der Kampfgeist des GHC, welcher drei Spielminuten später beim Stand von 5:4 (aus Magdeburger Sicht) wieder in Schlagdistanz war. Dieses Aufbäumen unterbanden die 1860er allerdings und erhöhten postwenden den Druck. Über die Stationen 8:5 und 10:6 konnten die Neustädter auf 13:6 nach zwei Dritteln der ersten Halbzeit davonziehen. Damit schalteten die Magdeburger aber wieder in den Verwaltungsmodus und vergaben unnötig viele klare Chancen, die Führung zu halten oder gar auszubeuten. Das wiederrum nutzten die Güsener, um den Rückstand zu verkürzen. Zur Halbzeit schmolz der Vorsprung beim 15:12 auf magere drei Törchen. Letztlich muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass der Vorsprung auch hätte geringer ausfallen können, wenn der Magdeburger Torhüter Max Feller nicht ein ums andere Mal die Güsener Torwürfe hätte entschärfen können.

In der Halbzeit wurden die Defizite im Spielaufbau angesprochen und taktische Anpassungen kommuniziert. Die Angriffe sollten geduldiger und spielflussorientierter vorgetragen werden. So das ausgerufene Ziel, welches zunächst auch in greifbarer Nähe erschien. Denn etwa vier Minuten nach Wiederanpfiff konnten die 1860er das Ergebnis auf 18:13 hochschrauben. Doch die Güsener ließen einfach nicht locker. Eine unheimlich starke Performance des Willens, ließ den GHC zu keiner Zeit des Spiels aufgeben. Vor dieser Moral musste man den Hut ziehen! 
Über die Stationen 19:15, 22:19, 24:21 konnten die Handballer aus dem Jerichower Land beim Stand von 24:22 ca. neun Minuten vor Ende der Partie auf zwei Tore verkürzen. Die Magdeburger Führung wackelte, fiel aber nicht, was auch dem zweiten groß aufspielenden Torhüter Nico Hoffmann zu verdanken war. Auch er entschärfte mehrere Großchancen der Gastgeber und hielt die zwei Auswärtspunkte sicher fest! 
Am Ende schraubten die Landeshauptstädter in der letzten Spielminute das Endergebnis auf 29:25, was letztendlich glanzlos wirkte, aber den stets verdienten Auswärtssieg nicht schmälern soll. Der Moral des GHC mussten die TuS’ler erst einmal trotzen. In Güsen zu gewinnen, erscheint nie einfach und verleiht Selbstvertrauen und Kraft für die bevorstehenden Aufgaben.

Am kommenden Wochenende folgt das Spiel gegen den HV Solpke/Mieste, in dem es gilt, die unglückliche Hinspielniederlage gegen die Altmärker vergessen zu machen und den Abstand zum Siebten der Tabelle anwachsen zu lassen. In den darauffolgenden Wochen stehen anschließend richtungsweisende Partien gegen Gommern, Osterburg, aber auch auswärts in Oschersleben und Zerbst auf der Agenda. Partien, die als Gradmesser dienen und mit vollster Konzentration angegangen werden müssen, wenn man am Ende als Überraschungsmannschaft auf dem Treppchen der Gesamtwertung stehen möchte – DAS ist das Ziel!

TuS: Feller, Hoffmann (Tor), Kirsten (2), Meyer, Krause (3), Lewin (13), Heinrichs (4), Ebel, Koch (1), Marek (3), Weder (1), Michael, Wohlfromm (1), Schmelzer (1)