Spannung bis zum Schluss

21. Spieltag | Nordliga Frauen | TuS 1860 Magdeburg III – SV 1895 Oebisfelde 24:23 (13:11)

Nachdem man sich im letzten Spiel klar und deutlich gegen den wahrscheinlichen neuen Nordligameister aus Irxleben geschlagen geben musste und dabei eine mehr als fragwürdige Leistung ablieferte, sollte nun im Rückspiel gegen die 2. Mannschaft des SV Oebisfelde alles anders werden. Motiviert davon, sich beim letzten Heimspiel der Saison nicht wieder als Punktelieferant zu zeigen, startete man das Spiel konzentriert und mit dem zuletzt vermissten Willen. Schnell konnte man sich mit 2 Toren in Front setzten und diesen Vorsprung auf Grund der ebenso vermissten Entschlossenheit und Chancenverwertung bis auf 6 Tore ausbauen (11:5 – 21.). Die folgende Auszeit der Gäste, brachte das junge Team der Magdeburger Neustadt aus den Konzept. In der Deckung agierte man passiver und im Angriff vergab man gute Möglichkeiten. Somit reichte es nur zu einem 13:11 zur Pause.
In der Pause wurde nochmal Luft geholt und Kraft gesammelt für die letzten 30 Minuten in eigener Halle. Allen war es klar, doch der Trainer sprach es nochmal an. Konzentration oben halten, kosequent abschließen und die einfachen Dinge machen.
Und erstmals in dieser Saison hörte man doch tatsächlich darauf, was in der Pause besprochen wurde. Schnell erzielte man den 14. Treffer und stand in der Deckung weiter sicher. Geschicktes verschieben und ein hohes Maß an Aufmerksamkeit war es geschuldet, dass die Gäste zumeist nur über Einzelaktionen oder vom Strafpunkt erfolgreich waren. Im eigenen Angriff sah man sich einem kämpfenden Gegner gegenüber, der sich nicht immer mit regulären Mitteln zu helfen wusste. Die fälligen Strafwürfe verwandelte Jenny Leichtenberger sehr sicher. Leider verpasste man es in dieser Phase, den Vorsprung weiter auszubauen. Zwar hatte man nie das Gefühl, dass man in Rückstand geriet, doch so wirklich sicher fühlte man sich auch nicht. Man schaffte es einfach nicht, aus den guten Abwehraktionen oder gehaltenen Bällen Provit zu schlagen. Bemerkenswert allerdings, dass man durch schwindene Kräfte und nachlassende Konzentration immer wieder Strafminuten über sich ergehen lassen musste, man dem Gegner aber auch in unterzahl Paroli bieten konnte. Dennoch waren die letzten Minuten wieder unnötig spannungsgeladen. Scheinbar fast unbemerkt, verkürzten die Oebisfelderinnen den Abstand ganz langsam. 30 Sekunden vor Schluss dann der 24:23 Anschlusstreffer. Die TuS-Damen sahen sich nun einer Manndeckung über das ganze Feld entgegen. Etwas Hektik machte sich breit, aber man nutzte die grüne Karte, um für die letzten Sekunden Ruhe reinzubringen, um sich die Doppelpunkte nicht noch nehmen zu lassen. Die Ansagen waren klar und deutlich, die Umsetzung dann fast fahrlässig. 16 Sekunden vor Schluss ein völlig unnötiger Pass von Kristina Müller direkt in die Hände des Gegners. Das Herz stockte allen. Glücklicherweise konnten die Allertalerinnen dies nicht nutzen und mussten das Angriffsrecht auf Grund eines technischen Fehlers wieder abgeben. 16 Sekunden – „Da passiert nichts mehr“. Denkste. Sandy Friebel musste es nochmal spannend machen und spielt den Ball unbedrängt in die Hände der 95er. Doch dann, der alles erlösende Schlusspfiff. 24:23. Aber die Freude währte nur kurz. Oebisfelde bekam auf Höhe der Mittellinie noch einen direkten Freiwurf zugesprochen. Aber auch hier war das Glück auf Seiten der schwarz-gelben. Der Kräfteverschleiß war doch immens, sodass S.Abagat den Freiwurf lediglich bis zur 6-Meter-Linie bringen konnte und dort sicher in den Händen der Neustädterinnen verblieb. Mit einem 24:23 Sieg war es ein versöhnlicher Abschluss der Heimspiele für die 3. Frauenmannschaft des TuS 1860 Magdeburg.

Am letzten Spieltag kommt es dann zu einem wahrscheinlich sehr emotionalem Duell. Auf der einen Seite die Damen der SG Fortschritt Burg, die am vergangenen Wochenende beide Spiele personell bedingt absagen mussten und so gleich 2x 2 Punkte verschenkten. Es ist davon auszugehen, dass die Burgerinnen das letzte Spiel der Saison, ein Heimspiel, nutzen wollen, um sich gebührend von ihren Fans, nach einer schwierigen Saison, zu verabschieden. Fraglich, ob es im nächsten Jahr überhaupt eine Damenmannschaft aus Burg geben wird.
Und auf der anderen Seite unsere 3. Damenmannschaft. Während Trainer Marco Lindau bereits um den Jahreswechsel seinen Abschied nach dem Saisonende verkündet hat, wird es wohl für alle Beteiligten das letzte Spiel in dieser Konstellation sein. Auf Grund des demografischen Wandels und dem fehlendem Unterbau im Jugendbereich, ist es zwingend notwendig, das vereinseigene Team aus der Sachsen-Anhalt-Liga zur neuen Saison zu verstärken. Nicht alle haben den Willen und – ehrlicherweise – auch nicht das Potential, dort mitzuwirken. Demnach werden die „WildTuSsiCats“ am 23.04.2016 das letzte Mal im Spielbetrieb so zusammenspielen. Aber auch wir sind gewillt, uns von unseren Fans erhobenen Hauptes zu verabschieden. Ziel ist diesesmal nicht zwingend der Doppelpunktgewinn, sondern vielmehr die Art und Weise, wie man auftritt. Es ist doch immer so. Man erinnert sich nicht daran, was in den letzten Jahren war, welche Höhen und Tiefen man durchlebt hat. Das was bleibt, ist der letzte Auftritt. Bereits jetzt ist aber auch klar, das man auf gleich 4 Spielerinnen aus unterschiedlichen Gründen verzichten muss. Es wird als, wie so oft in den letzten Monaten, verdammt schwer. Aber – zusammen ist man weniger allein.

Wir würden uns freuen, wenn auch unsere Fans nochmal den Weg in die Burger Halle finden und uns ein letztes Mal lautstark unterstützen.

TuS: Friebel, Lindau – Leichtenberger, Weiland, Müller J., Lemme, Müller K., Meiner, Witte, Schlossarek, Wernecke

Unbenannt