Quo Vadis TuS 1860 Magdeburg-Neustadt?

  1. Spieltag Verbandsliga Nord

TuS 1860 Magdeburg-Neustadt – SG Lok Schönebeck

23:38 (11:16)

„Quo vadis“ bedeutet der lateinischen Übersetzung nach „Wohin gehst du?“. Um diese lateinische Phrase ranken sich einige christlich-religiöse Legenden, auf die wir nicht weiter eingehen möchten. Im umgangssprachlichen Gebrauch leitet man die Übersetzung dieser Phrase leicht ab und versteht es als Frage nach dem „wohin soll das alles noch führen?“.

Also wohin soll das alles noch führen lautet die Frage nach dem gestrigen Spiel gegen die SG Lok Schönebeck? Die gezeigte Leistung gegen den Aufstiegsaspiranten stimmt bedenklich.

Die Motivation vor dem Spiel war groß. Nur eine Woche zuvor zeigte man gegen den FSV Magdeburg, dass man mit dem Abstiegskampf in dieser Saison nichts zu tun haben möchte. Eine geschlossene Mannschaftsleistung bestätigte, dass die Neustädter zu recht in die Verbandsliga gehören. Nach dem gestrigen Spiel muss man genau diese Behauptung in Frage stellen.

Von Beginn an fehlte am gestrigen Nachmittag die Bereitschaft über seine Leistungsgrenze hinaus zu gehen und seinem Nebenmann aushelfen zu wollen. Sieben Spieler sollt ihr sein und als Einheit auftreten – genau das ist den Magdeburgern zu keiner Zeit des Spiels gelungen. Es spielten sieben Individuen, die alle bereit waren Leistung zu zeigen, aber nicht im Sinne der Mannschaft, sondern im Sinne des eigenen natürlichen Egoismus. Dieser Egoismus ist in einem gesunden Maße förderlich, um dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Eben dieser Egoismus stand den Neustädtern gestern aber vollkommen im Weg. Gegenseitige Schuldzuweisungen und fehlende Einsicht sich dem Dienst der Mannschaft unterzuordnen und geschlossen um zwei Punkte zu kämpfen prägten den gestrigen Nachmittag.

So war es folgerichtig, dass ein Gegner vom Format der SG Lok Schönebeck leichtes Spiel hatte. Die Gäste, welche aufgrund von Verletzungssorgen keinesfalls in Bestbesetzung antraten, mussten niemals an die eigene Leistungsgrenze gehen, weil die Magdeburger es ihnen viel zu einfach machten. Der Mittelblock um Clemens Schmelzer und Marco Magalowski war de facto nicht vorhanden. Viel zu oft konnten die Schönebecker über die offene Mitte zum Torerfolg kommen, viel zu einfach ließ man den Gegner vor der eigenen Abwehr schalten und walten. Diese fehlende Bereitschaft im Mittelblock übertrug sich auf den Rest der Mannschaft, sodass sich die Fehlerkette bis hin zu den Torhütern fortsetze. Zur Halbzeit lag man nichts desto trotz noch in Schlagdistanz. Beim Stand von 16:11 lag es noch Bereich des Möglichen, das Spiel zu drehen, jedoch hätte sich in den Köpfen der Spieler etwas ändern müssen. Grundlegende Änderungen an der eigenen Motivation und inneren Einstellung.

Eben genau diesen Schalter konnten die Krausholz-Schützlinge nicht umlegen. Im Gegenteil, das Spiel der Magdeburger sollte in der zweiten Halbzeit komplett auseinander fallen. Man ließ die Schönebecker gewähren und lud sie förmlich ein Tor um Tor davonzuziehen. Das Spiel war frühzeitig entschieden. Doch was dann geschah grenzte an moralischer Arbeitsverweigerung. Niemand war gewillt seinen Nebenmann zu entlasten, niemand suchte den Keim der Fehler zunächst bei sich selbst. Man beschäftigte sich mit den Unzulänglichkeiten des anderen, anstatt sich gemeinsam aus dieser Situation herauszuziehen.

Am Ende stand eine herbe 23:38 Heimniederlage zu Buche, welche nachdenklich stimmt. Jeder der gestern aktiven muss sich selbst hinterfragen und über die Selbstreflexion zu eben besagter mannschaftlichen Geschlossenheit zurückfinden. Es muss sich etwas an der grundlegenden Einstellung gegenüber dem Sport und den Teamkameraden ändern, um wieder erfolgreich Handball zu spielen. Ein Spiel wird selten durch einen einzelnen Spieler entschieden, der Teamgeist macht den Unterschied! Eben diese gilt es wiederzufinden!

TuS: Donhof, Tischmeyer (Tor), Magalowski (1), Kirsten (2), Marek, Lewin (5), Krause (3), Ebel, Käselitz (5), Weder, Höppner (2), Heinrichs (3), Schmelzer (2)