Pokalfight spielerisch angenommen

2. Runde | Nordpokal Frauen | HSG Osterburg – TuS 1860 Magdeburg Neustadt III 23:24 (11:13)

 

Am Wochenende mussten die jungen Damen des Trainergespann Lindau/Lindau aus der Landeshauptstadt in die Altmark zur HSG Osterburg reisen. Ziel war es, mit einem Sieg in das Halbfinale des Nordpokals einzuziehen. Vorab sei gesagt, dass die Wahl des Schiedsrichtergespannes – ebenfalls aus der Altmark – in einem Pokalspiel eher unglücklich war. Die spielerisch um Längen stärkeren Magdeburgerinnen konnten sich am Ende, trotz aller Widrigkeiten, mit 24:23 durchsetzen und freut sich nun auf eine neue Herausforderung im Halbfinale des Nordpokals.

 

Aber zum Spielverlauf. In den ersten 10 Minuten wechselte die Führung stetig hin und her (4:3). Keine Mannschaft vermochte es, sich abzusetzen. Doch die Gäste fanden nun immer besser ins Spiel. In der Abwehr stand man sicherer und konnte technische Fehler provozieren sowie Steals verbuchen und diese erfolgreich unterbringen. Die Kombinationen liefen flüssig, gelegentlich mit ein paar Timing-Fehlern. Man zeigte aber, dass man im Groben verstanden hat, worum es geht und wo wer hin muss. Mit einem 4:0-Lauf und einem Stand von 4:7 sahen sich die Gastgeberinnen gezwungen, durch eine Auszeit den Spielfluss zu unterbrechen. Dies geschah aber nur mit mäßigem Erfolg. Angetrieben von Frauke Schlossarek und Kristina Müller, folgte ein Konter dem anderen. Leider zog in dieser Phase der Schlendrian in der Abwehr der Magdeburgerinnen ein, sodass man sich nicht weiter absetzen konnte und der 3-Tore Abstand weiter gehalten wurde. Die Osterburgerinnen fanden nun selbst, immer häufiger den Weg durch die Deckung. Die Abwehr wirkte zu passiv, ließ den Gegner werfen. Sandy Friebel im Tor der TuS-Damen sah hier das ein oder andere Mal höchst unglücklich aus. Quasi mit dem Pausenpfiff erzielten die Altmärkerinnen den 11:13-Anschlusstreffer. Völlig unnötig. Doch scheinbar waren die Schwarz-Gelben bereits auf dem Weg in die Kabine.

 

In der Pause ging es darum, Kraft und Energie für die kommenden 30 Minuten zu schöpfen. Allen Beteiligten war nun klar, dass man nicht mit halber Kraft ins Halbfinale kommt.

 

Den besseren Start erwischten die HSG-Damen. Binnen weniger Minuten konnten sie den 2-Tore Rückstand in eine Führung (16:15 – 40.) umwandeln. Zwischenzeitlich überschlugen sich die Ereignisse. In der 35. Minute erhielt Michelle Weiland eine überzogene Zeitstrafe gegen sich. Dies brachte den Gästetrainer so sehr in Rage, dass die Schiedsrichter gezwungen waren, im Rahmen der Progressivität, schlussendlich die Disqualifikation auszusprechen. Leider schafften es die Unparteiischen in der FOlge nicht, das zunehmend härter werdende Spiel unter Kontrolle zu bringen. Immer wieder gab es kleine Nickligkeiten, die ungeahndet blieben. Es entwickelte sich ein wahrer Pokalfight. Während die TuS-Youngsters weiter versuchten, ihre spielerische Überlegenheit in Erfolg umzuwandeln, konnten die Gastgeberinnen, angetrieben von einer immer sicherer agierenden Mandy Wuprecht, die Distanz wahren. In der 50. Minute konnte man erstmals wieder den Ausgleich erzielen (20:20) und in der Folge gar ein Polster erspielen. 4 Minuten vor Schluss und dem 24:21-Treffer durch Kristina Müller, die am heutigen Tage mit 9 Treffer erfolgreichste Spielerin war, sah man sich bereits als Sieger. Doch die osterburgerinnen spielte nun ihre ganze Erfahrung, angetrieben von einem lautstarken Publikum, aus. 60 Sekunden vor Schluss erzielte erneut Wuprecht den 23:24 Anschlusstreffer. Nun hieß es, die Zeit runterzuspielen. Die Sekunden verstrichen scheinbar in Zeitlupe. Doch waren es Landeshauptstädterinnen, die sich nicht haben beirren lassen und weiter spielten. 20 Sekunden vor Ultimo, kam Frauke Schlossarek zu einer guten Wurfmöglichkeit. Doch wie der Pokal es so will, mochte der Ball nicht den Weg ins Tor finden. Die Heim-Damen somit noch einmal im Angriff. Manndeckung gegen Wuprecht, keinen Wurf zulassen. Dies wussten nun alle Spielerinnen, sowohl auf der Heim- als auch Gästeseite. 6 Sekunden vor Abpfiff kommt Wuprecht dann doch an den Ball, glücklicherweise irregulär und von den Schiedsrichtern auch so geahndet. Somit war die Entscheidung gefallen. Die junge Mannschaft des TuS 1860 Magdeburg schafft die kleine Überraschung und zieht mit einem 24:23 Auswärtserfolg in das Halbfinale des Nordpokals ein.
Im Lostopf sind noch die Mannschaften des SV Irxleben 1919 (Nordliga) sowie die Bezirksligisten Barleber HC und der Sieger aus der Partie Post SV Magdeburg/TSV Niederndodeleben II. Egal welche Mannschaft die TuSis zugelost bekommen, der Weg ins Finale wird verdammt schwer. Der Spieltermin für Halbfinale und Finale liegen in 2016. Man hat also genug Zeit, sich auf den Gegner vorzubereiten.

 

Am nächsten Wochenende ist spielfrei. Am 01.11.2015 geht es dann mit einem Heimspiel gegen die neue Mannschaft des HSV Haldensleben weiter.

 

TuS: Friebel, Schirmer – Leichtenberger, Happe, Weiland, Schlossarek W., Müller J., Lemme, Müller K., Meiner, Witte, Wernecke, Schlossarek F., Schleef