Im entscheidenden Moment wacher

15. Spieltag | Nordliga| BSV 93 Magdeburg III – TuS 1860 Magdeburg Neustadt III 23:24 (10:10)

Am Samstagabend mussten die „WildTuSsiCats“ zur ebenfalls 3. Vertretung des BSV 93 Magdeburg. Im Hinspiel konnte man mit 21:18 noch die Oberhand behalten, doch zeigten die Ergebnisse der letzten Wochen, dass sich die Damen des BSV gefunden haben und mit deutlichen Siegen gegen Solpke und Osterburg aufhorchen ließen. Ungeachtet dessen war man sich aber der eigenen Stärke bewusst.
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. So waren es die Olvenstedterinnen die das Torewerfen begannen und nicht den Eindruck erweckten, dies zeitnah einzustellen. Tor um Tor konnten die Gastgeberinnen erzielen. Nach 16 Minuten lag man bereits mit 4 Toren im Rückstand (7:3). Die fällige Auszeit und Ansprache auf TuS-Seiten brachte zwar nicht ganz den gewünschten Erfolg, aber die Neustädterinnen wirkten nun konzentrierter in der Deckung und konnten selbst einige gute Aktionen im Angriff zeigen. Doch man musste viel Kraft aufbringen, um den Rückstand aufzuholen. Glücklicherweise konnte man auf der Bank aus dem Vollem schöpfen und munter durchwechseln, ohne das dies dem Spielfluß einbrechen ließ. Unterdessen hatte der Gegner nur wenig Alternativen und war froh, dass es mit 10:10 in die Pause ging.
Eine lange 2. Halbzeit stand allen Beteiligten bevor. Und genau das war es, was in der Kabine besprochen wurde. Ziel war es, die Konzentration aufrecht zu erhalten um dann, im entscheidenden Moment, wacher zu sein. Der Start in Halbzeit 2 wurde fast traditionell verschlafen. Schnell lag man 1-2 Tore hinten. Beim 16:13 (41.) musste man erneut 3 Toren hinterherrennen. Doch eine Umstellung in der Abwehr brachte die nötige Wende. Man war nun genau an diesem Moment. Immer wieder schafften es die Abwehrspieler durch schnelles Verschieben, die Lücken zu schließen und den Gegner zu riskanten Pässen sowie unvorbereiteten Würfen zu zwingen. Hinzu kamen die technischen Unzulänglichkeiten, die noch in Halbzeit 1 auf der eigenen Seite zu Hauf aufgetreten waren. Tor um Tor konnte man aufholen. Nach 54 Minuten hat man den Rückstand egalisiert und setzte sich in der Folge weiter ab. 70 Sekunden vor Schluss führte man 24:20. Das sollte reichen, dachten wohl alle Spielerinnen aus der Magdeburg Neustadt. Im Gegenzug kassierte man ein schnelles Gegentor zum 24:21. 3 Tore, 1 Minute Spielzeit. Auch das sollte reichen. Doch leider schaffte man es nicht, den folgenden Angriff sauber auszuspielen und musste einen erneuten Treffer hinnehmen. 24:22 für die Gäste aus der Magdeburger Neustadt. Nunmehr noch 25 Sekunden Spielzeit waren auf der Uhr vermerkt. Die BSV-Damen versuchten alles, einen Fehler zu provozieren um nochmal an den Ball zu kommen. Manndeckung über das gesamte Feld. Leider fehlte in dieser Situation die Erfahrung und auch die Cleverness, sich einfach „Fest machen zu lassen“ und die Uhr runterticken zu lassen. Ein paar Sekunden zu früh kam der letzte Wurf auf das Gehäuse des BSV. Knapp vorbei. 10 Sekunden Zeit blieben dem BSV. Doch mehr als Ergebniskosmetik war nicht drin. Das war allen klar. Mit dem Schlusspfiff gab es den insgesamt 8. Strafwurf für die Gastgeberinnen, welcher in der Folge erfolgreich verwandelt wurde, aber keinen Abbruch der Stimmung der 1860er tat. „Auswärtssieg“ schallte es unmittelbar nach Spielende durch die Einsteinhalle.
Ein Spiel, welches unter dem Strich keinen Sieger verdient hätte. Zu fahrlässig gingen beide Seiten mit ihren Chancen um. Doch Respekt gebührt beiden Mannschaften. Dem BSV der Tatsache geschuldet, mit wenig Alternativen auf der Bank, bis zum Ende gekämpft zu haben, aber auch den Damen des TuS 1860 Magdeburg Neustadt, den „WildTuSsiCats“, die sowohl in Halbzeit eins 4 Tore und auch in Halbzeit 2 quasi 7 Tore (von 13:16 auf 24:20) aufholten. Die fehlende Konzentration und Entschlossenheit im 1. Durchgang, war genau zum richtigen Zeitpunkt im letzten Abschnitt wieder da. Einmal mehr zeigt sich, egal wie groß der Rückstand bzw. Vorsprung ist, erst wenn der Schiedsrichter die Partie beendet, gilt das, was auf der Anzeigetafel steht. Mit dem erneuten Doppelpunktgewinn können sich die TuS-Damen etwas von den unteren Rängen absetzen und mit nur 2 Punkten Rückstand gar vorsichtig nach oben schielen.
Doch gleich am kommenden Samstag geht es erneut auswärts auf Punkte- und Torejagd beim HSV Haldensleben. Die vor der Saison neu zusammengestellte Mannschaft des HSV konnte in dieser Saison erst 1 Punkt holen und ist daher sicherlich hoch motiviert, die Punkte nicht ohne Weiteres aus der Zollstraße abzuschenken. Bereits im Hinspiel (26:14) tat man sich lange schwer und konnte sich erst zum Spielende etwas absetzen.

TuS: Friebel, Schirmer – Leichtenberger, Modler, Weiland, Müller J., Lemme, Müller K., Stadler, Meiner, Witte, Berger, Schlossarek F., Wernecke

Unbenannt