Fahrkarten 2.0

8. Spieltag | Nordliga Frauen | HSG Osterburg – TuS 1860 Magdeburg Neustadt III 24:19 (13:10)

Am letzten Novemberwochenende mussten die Magdeburgerinnen ihre vorletzte weite Auswärtsfahrt in dieser Saison antreten. Der Weg zum Gegner sollten allen Beteiligten noch bekannt sein, schließlich fuhr man erst vor 6 Wochen zum Gegner nach Osterburg. Damals hieß es Pokal, diesmal hieß es Liga. Damals ein Sieg, und diesmal? Nach der Niederlage gegen FSV und dem mäßigem Auftritt in der letzten Woche gegen Gommern wollte man zeigen, dass man die Zeit unter der Woche genutzt und wieder zurück in die Spur gefunden hat, um die Punkte mit nach Hause zu nehmen.
Die ersten 10 Minuten waren auch vielversprechend. Flüssige Kombinationen, sichere Deckung, eiskalt im Abschluss. Doch dann fiel man zurück in alte, längst vergessene, Verhaltensweisen. Getreu dem Motto „…und täglich grüßt das Murmeltier“ sahen die mitgereisten Fans eine über weite Strecken viel zu passive Deckung sowie einen harmlosen Angriff. Während man in der Mitte sicher stand und Anspiele an den gegnerischen Kreis durch gutes Stellungsspiel verhindern konnte, ließ man den Rückraumspielerinnen zu viel Platz. Ohne jegliche Gegenwehr wurden die Osterburgerinnen zum munteren Torewerfen eingeladen. Und diese nahmen das Geschenk dankend an. Bis zur 20. Minute (7:7) konnte man das Spiel noch offen gestalten, doch man fand keine Mittel gegen die Werferinnen der HSG. Zur Pause stand es aus Sicht der Gäste völlig unnötig 10:13.
In der Pause wurde die Passivität, ja teils Lethargie, angesprochen. Auch das ideenlose Angriffsspiel musste sich deutlich steigern, um die Punkte doch noch zu holen. Noch war nichts verloren und man hatte das Heft des Handelns schließlich selbst in der Hand.
Wieder starteten die TuS-Youngsters gut in die 2 Hälfte. Der Vorsprung verschwand langsam – leider zu langsam. Zwar konnte man in der 42. Minute wieder ausgleichen (16:16), doch in den restlichen Minuten gelang den Damen aus Magdeburg nur noch magere 3 Tore. Das Tor war wie vernagelt. Da von den Rückraumpositionen an diesem Tage so gut wie keine Gefahr ausging, versuchte man immer wieder von den Außenpositionen zum Erfolg zu kommen. Doch hier konnte sich die Torhüterin der Gastgeberinnen immer wieder auszeichen. Allein Kristina Müller scheiterte 7mal von aussichtsreicher Wurfposition. Aber auch alle anderen Spielerinnen blieben schlichtweg zu blass im Angriff. Wieder fehlte die letzte Konsequenz, diese letzte Stück Entschlossenheit und auch ein gewisses Maß an Egoismus. Am Ende ließ man das Spiel über sich ergehen. Keine Anzeichen eines Aufbäumen oder eines Stemmens gegen die drohende Niederlage. In den letzten 30 Sekunden kam man gar noch 2x in den Angriff. Der erste Wurf verpuffte im Nirgendwo. Dann noch ein abgefangenen Ball und Konter. Doch anstatt den letzten Ball in die Maschen zu hauen, segelte dieser in aller Seelenruhe der Hallenuhr entgegen. Dieses eine Tor wäre nicht spielentscheidend gewesen, doch spiegelte es das Spiel der Landeshauptstädterinnen wieder und bleibt daher auch im Gedächntnis.
Die HSG Osterburg freut sich über die ersten Saisonpunkte beim 24:19-Sieg über eine Mannschaft, die es nicht schaffte, die spielerische Klasse – welche sie zweifelsohne hat und phasenweise auch zeigte – in Tore umzuwandeln. Passive Abwehr und ideenloser Angriff sind das Fazit dieser unnötigen Auswärtsiederlage.
Am 06.12. gastieren die jungen Damen des SV Irxleben in der Nachtweide. Die Irxleberinnen gewann ihr Spiel am Wochenende mit 42:16. 42 Tore!!! Der Gegner hat sich auf alle Fälle warm geschossen. Es bedarf einer enormen Leistungssteigerung, um nicht am Nikolaus-Tag selbst Geschenke zu verteilen und gar arg unter die Räder zu kommen.

TuS: Friebel, Schirmer – Leichtenberger, Happe, Weiland, Müller J., Lemme, Müller K., Stadler, Meiner, Witte, Berger, Schlossarek F., Wernecke

TuS_F3_201516