Ersten Matchball verspielt

Aufstiegsspiel SALF | SV Union Halle-Neustadt II gg. TuS 29:20 (14:9)

Die TuS Damen reisten am vergangenen Samstag zu ihrem ersten von zwei Aufstiegsspielen zum Juniorteam von Union nach Halle Neustadt. Man konnte dieses Match auch gut wie eine beliebte Trainingsspielform bezeichnen – „Alt gegen Jung“, wobei TuS mit 31 Jahren Durchschnitt den ersten Part übernahm und den 19,5 Jahre jungen Hallenserinnen gegenüberstand. Die TuS-Damen wussten um die Schwierigkeit ihrer Aufgabe an der Saale. Dennoch reisten die Damen erhobenen Hauptes mit der gleichen minuspunktfreien weißen Weste und hochmotiviert an. Eine gesunde Portion Nervosität hatte wohl jede TuS-Spielerin mit im Gepäck, schließlich spielt man nicht jeden Tag gegen eine Bundesligareserve und um den Aufstieg.

Diese Nervosität konnte in den ersten fünf Spielminuten nicht gleich abgelegt werden und so geriet man schnell mit 3:1 ins Hintertreffen. Dann begann aber die aggressive 4:2 Arbeit der TuS-Frauen zu fruchten, erste Ballgewinne konnten erobert werden und man merkte schnell, die jungen Hallenser Damen kochen auch nur mit dem gleichen Wasser – alles war also drin und so stand es auf einmal 3:4 für TuS. Es sollte leider die einzige Führung im Spiel bleiben. Denn es begann, was sich leider durch die ganze Spielzeit zog, eine Phase, in der die hart umkämpften Bälle, ihren Weg einfach nicht ins Tor fanden. Sonstige Torgaranten, blieben heute leider hinter ihren Fähigkeiten. Und bei einem Gegner wie Halle, kriegt man von den ganz freien Möglichkeiten nicht viele. So drehte Halle den Spieß wieder um und führte mit 6:4. Doch die TuS-Damen kämpften weiter und waren in der Abwehr bissig und effektiv und im Angriff konzentriert und geduldig, so dass man über die Stationen 7:6 und 9:8 auf Tuchfühlung blieb. Besonders in Zusammenarbeit mit der Kreisspielerin ergaben sich Lücken in der Hallenser Abwehr, die zu guten Torchancen oder zu Strafwürfen führten. Auch Jessica Kirsten aus dem Rückraum war zu diesem Zeitpunkt erfolgreich. Die letzten acht Minuten der ersten Hälfte sollten aber dann den Union-Damen gehören. TuS wurde im Angriff unkonzentrierter, agierte in unnötigen Einzelaktionen und die technischen Fehler häuften sich. Und diese nutzten die Hallenserinnen eiskalt zum Gegenstoß und auch da waren sie im Abschluss kaltschnäuziger und ließen Doreen Schulz im TuS-Tor das Nachsehen. Halle führte mit 13:9.

Die letzte Spielminute der ersten Hälfte war dann auch spielbezeichnend. TuS war im Angriff und anstatt auf drei Tore zu verkürzen, führte ein Abspielfehler zum Gegenstoß für Halle und eine ebenfalls unnötige, hektische Aktion der eigentlich erfahrenen Ulrike Damboldt, sogar zur roten Karte. Nun auch noch gehandicapt ging es mit 14:9 für Halle in die Pause.

Hier wurde noch einmal an das appeliert, was sich die TuS-Damen vorgenommen hatten – Aggressivität in der Abwehr, die Wege über die Rückraummitte für Halle eng machen und vorne konzentriert und geduldig zu spielen, bis die Chancen kommen.

Doch leider ging es zunächst weiter wie die erste Hälfte aufgehört hat – überhastete oder teilweise ideenlose Angriffe, die der Gegner im Eiltempo eiskalt bestrafte. Über 15:9 ging es zum 19:11 für Halle. Doch TuS gab nicht auf, kämpfte weiter, agierte besonders über die Außenbahnen und die rechte Angriffsseite etwas glücklicher und verkürzte in der 41. Minute auf 19:14. In dieser Phase war es auch Keeperin Doreen Schulz vorbehalten, TuS im Rennen zu halten, vernagelte sie doch das ein und andere Mal das TuS-Tor. Doch anstatt nun noch einen nachzulegen und evtl. wieder auf drei oder vier Tore zu verkürzen – was das Spiel durchaus wiedergespiegelt hätte – blieb das Hallenser Tor mit einer sehr gut aufgelegten Keeperin für die TuS-Damen wie vernagelt. Auch freieste Chancen wurden nicht genutzt. Und Halle hatte mit eigenen Toren immer eine Antwort parat. Zusätzlich unglücklich in dieser Phase war die zweite direkte rote Karte in diesem Spiel für TuS. Dieses Mal musste die Angriffs-Regisseurin Jana Haegebarth in der 45. Minute das Feld verlassen. Nun war es Routinier Ulrike Kersten vorbehalten, das TuS-Spiel noch achtbar zu Ende zu leiten. Über die Stationen 25:17 und 27:18 in der 55. Minute führte aber kein Weg mehr dazu, das Ergebnis zu minimieren. Dennoch positiv zu erwähnen in der Schlussphase war der Torwartwechsel bei TuS, denn die Hallenserinnen waren von TuS Judith Kuhnert sichtlich beeindruckt und ließen vor allem am Strafpunkt nerven. An dem Endergebnis konnte trotzdem nicht mehr viel gerüttelt werden. 29: 20, schade, der erste Matchball für ein begehrtes Aufstiegsticket konnte nicht genutzt werden…

Nun heißt es schnell abhaken und am kommenden Pfingstmontag vor heimischer Kulisse den zweiten Matchball zu nutzen. Zu Gast werden die Damen aus Köthen sein, die ebenfalls gegen das Juniorteam aus Halle verloren haben, sogar mit 18 Toren…

Die TuS-Damen freuen sich über zahlreiche, lautstarke Unterstützung, um sich mit einem Sieg gegen Köthen das zweite Aufstiegsticket zu sichern!!!

Aufstiegsspiel_SALF_Koethen_201505

„TuS, TuS, TuS – wir kämpfen bis zum Schluss“