Die Eiche wankte, fiel aber nicht

13. Spieltag | Nordliga| SV Eiche 05 Biederitz – TuS 1860 Magdeburg Neustadt III 17:13 (6:7)

Zum 2. Spiel der Rückrunde ging es für die „jungen Wilden“ aus der Landeshauptstadt zum Staffelzweiten aus Biederitz. Das Hinspiel gewann man überraschend deutlich mit 21:14. Doch die Ehlestädterinnen haben sich im Laufe der Saison gefangen und die Abgänge / Ausfälle einiger Leistungsträger gut kompensiert und ziehen nun von Sieg zu Sieg.
Ein torarmes Spiel, welches sich vor allem über starke Abwehrreihen sowie guten Torhüterinnen definierte, und zu jedem Zeitpunkt äusserst fair verlief, wurde von unverständlichen „Begleiterscheinungen“ dominiert und so jeder Mannschaft der Spielfluss genommen.
Die „WildTusiCats“ erwischten den besseren Start und zeigten von Beginn an eine sehr aggressive Deckung, welche die Gastgeberinnen vor große Probleme stellte. Lediglich 6 Tore ließ man bis zur Pause zu. Im Angriff vermisste man leider die Durchschlagskraft. Versuchte man es bis zur 20. Minute noch spielerisch, die ebenso starke Eiche-Abwehr zu durchbrechen, waren es bis zum Spielende fast ausschließlich Einzelaktionen die, wenn überhaupt, zum Erfolg führten.
Bereits in Halbzeit 1 musste man feststellen, dass ohne die verhinderte Charlene Lemme im Angriff nicht viel zusammen lief. Mareike Stadler war es im ersten Abschnitt zu verdanken, dass man überhaupt Tore aus dem Spiel erzielt hatte. Vielleicht hätte man mehr Feldtore erzielen können, wäre da nicht eine der „Begleiterscheinungen“ in Minute 22 gewesen. Disqualifikation für Jenny Leichtenberger, welche ihre Gegenspielerin im Konter zwar behinderte, aber in einem Maße, welches keine rote Karte rechtfertigte. „2 Minuten und Siebenmeter hätten auch gereicht“, so Gästetrainer Marco Lindau direkt im Anschluss, was aus Sicht der Gastgeberinnen gar bestätigt wurde. Doch wurde man hier vom Publikum überstimmt. Auch verzichtete man auf eine konstruktive Kommunikation hinsichtlich der Beweggründe für eine Disqualifikation. Dies zum Unverständnis des Gästetrainer, welcher hierfür prompt progressiv bestraft wurde.
Den besseren Start erwischten wieder die Magdeburgerinne, welche nach 6 Minuten im 2. Durchgang auf 11:8 davoneilen konnten. Doch Mitte der 2. Hälfte, stellten sich die Biederitzer Damen auf die Torgefahr von der halblinken Position ein und spielten eine Manndeckung gegen die bis dahin gefährlichste Feldspielerin der Landeshauptstädterinnen. Durch den notwendigen Wechsel im Angriff und gleichzeitiger offensiverer Abwehr der Biederitzerinnen, erlag das Angriffsspiel der TuSis. In den letzten 15 Minuten (13:12) brachte man, bis auf 1 Tore, nichts Zählbares mehr auf die Platte. Die Abwehr stand nach wie vor gut, ließ in den letzten Minuten etwas Gegenwehr vermissen, wodurch sich die Heimsieben bis zum Endstand von 17:13 durchsetzen konnte.
Ein Spiel, was man nicht hätte verlieren müssen, ist zu Ende und das einzige was bleibt sind die Erinnerungen an die „Begleiterscheinung“ (siehe unten).
Die Abwehr stand, die Eiche wackelte gefährlich, doch leider ließ sie sich nicht umstoßen. Zu hoch war die Treffer- und Fehlerquote im Angriff. Am Valentinstag gastiert in heimischer Halle die nächste Mannschaft, die sich gefunden hat. Die HV Solpke/Mieste, vor Saisonbeginn ein Kandidat für die untere Tabellenregion lässt mit einigen überraschenden Siegen aufhorchen und steht im Kampf um die Medalienplätze gut da. Das Hinspiel gewann man knapp und in Minimalbesetzung mit 25:23. Hoffen wir, dass mit voller Besetzung die Entscheidung schneller herbeigeführt werden kann und man bis dahin die Fehlerquote minimieren kann.

Ein Kommentar in eigener Sache: Wer meine Berichte aufmerksam verfolgt, weiß, dass ich stets um Contenance und Objektivität bemüht bin. Auch nehme ich mir das Recht raus, die Leistungen der Schiedsrichter, welche sich jedes Wochenende mit Trainern, Spielern und den Zuschauern rumschlagen müssen, NIE zu bewerten, wie es in so manch anderen Berichten anderer Teams fast dazu gehört.
Doch in diesem Spiel bleibt nicht der Gedanke an die Niederlage oder die eigenen wenigen Tore, sondern die unkooperative Art und Weise des Schiedsrichtergespanns hängen. Ein Gespann was auf die Zurufe von aussen reagiert, hier unterscheide ich nicht in Gäste- oder Heimfans, sowie spielentscheidene Entscheidungen, was für mich eine direkte Disqualifikation ist, nicht abstimmt, gehört nicht in diese Sportart. Fingerspitzengefühl in einer Sportart, bei der es um eine Entscheidung in Bruchteilen von Sekunden geht, sollte bei jedem Schiedsrichter an der Tagesordnung sein. Doch leider ist dies schwierig, wenn man die Finger nur zum Halten der Pfeife nutzt. Das ich mit dieser deutliche Meinung zu diesem Spiel nicht allein dastehe, zeigt der Spielbericht aus Sicht von Biederitz, aber auch die Unterhaltungen vor dem Spiel (Spieler einer Partie der Stadtliga Männer) in der Halbzeitpause und nach dem Spielende mit den Zuschauern, egal welchen Vereins.

TuS: Schirmer – Leichtenberger, Weiland, Müller J., Müller K., Stadler, Meiner, Witte, Berger, Schlossarek F., Wernecke

Unbenannt