Damen scheitern im Viertelfinale an sich selbst

HVSA-Pokal TuS 1860 Magdeburg-Neustadt gegen MSV 90 Magdeburg 28:29 (13:11)

Das Los bescherte den Damen von TuS 1860 Magdeburg-Neustadt den MSV 90 Magdeburg im Viertelfinale im HVSA-Pokal. Konnte man im Achtelfinale gegen den Ligakonkurrenten HC Salzland II in Staßfurt noch mit 18:28 besiegen, warte nun mit dem Sachsen-Anhalt-Ligisten ein ganz anderes Kaliber. Zwar kämpft Gästetrainer Görlich schon die komplette Saison mit personellen Problemen, doch die Ergebnisse in der Liga zeigen, dass die Mannschaft auch mit nur 7 Spielern nicht zu unterschätzen ist.

Pünktlich 19 Uhr pfiff das bundesligaerfahrene Schiedsrichtergespann Becker/Hack die Partie in der gut gefüllten Humboldt-Halle an. TuS legte los wie die Feuerwehr, mit einer guten Abwehrarbeit zwang man die Lemsdorferinnen zu technischen Fehlern und Fehlabspielen. Doch leider zeigte sich schon in den ersten Minuten, dass TuS an diesem Abend nicht auf Tore werfen eingestellt war. So war es immer wieder der Torpfosten, der den Ball magisch anzog.

Trotz vieler Ballgewinne, konnte TuS sich in der ersten Halbzeit nur mit maximal 2 Toren absetzen, ehe der MSV 90 über lang ausgespielte Angriffe wieder den Anschluss erzielen konnte. Nach 30 gespielten Minuten ging es mit 13:11 in die Kabine. Auf dem Spielauswertungsbogen waren bis dato schon 12 Fehlwürfe registriert.

Etwas erschrocken über die eigne Abschlussschwäche und mit dem Willen in Halbzeit 2 vieles besser machen zu wollen, betraten die Damen von TuS wieder das Parkett. Bis zur 40 Minute sollte das Konzept der Heimsieben dann auch besser aufgehen. Mit starken Paraden von Schulz im Tor und nun kompromisslos abgeschlossenen Torwürfen setzte man sich auf 18:14 ab. Doch dann kam der erneute Bruch ins Spiel der Neustädterinnen, anstatt ruhig und überlegt weiterzuspielen, wurden die Pässe nun risikoreicher, welche von den Mitspielern nicht mehr entsprechend erreicht oder verarbeitet werden konnten.

Nach einem unglücklichen Zusammenprall musste der MSV 90 verletzungsbedingt auf eine weitere Spielerin verzichten und fortan mit 5 Feldspielerinnen weiteragieren. So wies Gästetrainer Görlich seine Spielerinnen an, die Angriffe noch länger ausspielen und geschickt in die Zweikämpfe gehen. TuS erstarrte nun in Passivität. So wurden weder in Abwehr noch im Angriff die Zweikämpfe angenommen. Anstatt das Spiel breit zu machen und dann tief in die Lücken zu gehen, versuchte man sich mit komplizierten Würfen aus dem Rückraum.

So war es die starke Rechtsaußen Zunkel, welche in der 53 Minute den Ausgleich zum 21:21 für die Lemsdorfer erzielte. Das Spiel lief fortan nach dem gleichen Schema ab. TuS legte vor und der MSV 90 gleich wieder aus. So gehörte es dann leider auch zum Spiel der Heimsieben, das zum Ende der 58 Minute beim Stand 24:23 ein Siebenmeter nicht den Weg ins Tor fand. Anstatt des Sack zu zumachen, war es erneut Zunkel die im Eins-gegen-Eins den Ausgleichtreffer in der 59 Minute markierte.

Stehend KO schlichen Damen vom MSV in die 2x 5 Minuten Verlängerung. Die Spannung im Spiel riss nicht ab, TuS legte vor der MSV glich aus. Doch anstatt nach einer Führung ruhig in den nächsten Angriff zu starten und sich die Lücken in der MSV Deckung zu erarbeiten, wollte die Heimsieben es nun erzwingen. Doch dieses Vorhaben scheiterte am eigenen Können oder am Torpfosten.

Wie das Spiel begann, so ende es dann auch. 3x in Folge trafen die Neustädterinnen nur das Aluminium und so dauerte es bis zur 69 Minute, dass der MSV mit 28:29 die erste Führung seit dem 0:1 wiederum durch Zunkel erzielte. Die Freude bei den Gästen über den Sieg war riesengroß.

TuS 1860 Magdeburg: Schulz, Schirmer (Tor) – Thürmann (5 Tore), Heine (2), Kirsten (4), Böhme (5), J. Haegebarth (1), Arens (9), Petzke (2), Haberland, Schlecht, J. Müller