Aus der Not eine Tugend gemacht

3. Spieltag | Nordliga Frauen | HV Solpke/Miese – TuS 1860 Magdeburg Neustadt III 23:25 (13:11)

 

Bereits Samstag um 11:00 Uhr ging es für die jungen Frauen des TuS 1860 Magdeburg zum ersten echten Auswärtsspiel nach Solpke/Mieste. Die Vorzeichen waren alles andere als gut. Nebst den Verletzten (Happe und Berger) fehlte auch noch Schleef (Privat), Schlossarek W. (beruflich) sowie die Müller-Schwestern, die an diesem Tage ihre Volljährigkeit feiern durften. Weiter waren mit Wernecke und Witte gleich zwei angeschlagene Spielerinnen dabei. Daher konnte man auf lediglich 8 voll einsetzbare Spielerinnen – davon 2 TW – zurückgreifen. Dennoch war man gewillt, die Punkte nicht zu verschenken und mit allen Mitteln sich dieser schweren Aufgabe zu stellen.

„Aus der Not eine Tugend gemacht“, so oder so ähnlich konnte man die Einstellung und auch das Auftreten der TuS-Youngsters bezeichnen. Der Spielbeginn war wie immer in dieser Saison. Abtasten auf beiden Seiten, bis hin zur 8. Minute. Schaute man auf die Anzeigetafel, musste man sich gar dreimal die Augen reiben. 1:1 hieß der Zwischenstand. Beide Mannschaften fanden dann aber besser ins Spiel und auch die Zuschauer kamen auf ihre Kosten. Während die Gastgeber mit einer breiten Palette an Spielerinnen immer wieder versuchte, das Spiel schnell zu machen und aus sicherem Kombinationsspiel die Tore über die Rückraum- und Kreispositionen zu erzielen wussten, musste man sich auf der Seite der Gäste, mit nur 2 Wechselspielerinnen, geduldiger zeigen. Auf Grund der fehlenden Alternativen, spielte man dauerhaft mit 2 Kreisspielerinnen, um so den Rückraumleuten mehr Platz zum werfen zu geben. Nach etwa 15 Minuten hatten dann auch alle ihren Wurfarm justiert und fanden den Weg Richtung Tor. Dennoch schaffte man es nicht, aus klaren Torchance, Oberwasser über das Spiel zu gewinnen. Lange Zeit wechselte die Führung. Keiner der beiden Mannschaften konnte den entscheidenen Vorsprung erzielen. Somit ging es mit 13:11 aus Sicht der SoMi-Damen in die Pause.

In der Pause galt es, Luft zu holen für die nächsten – es sei vornweg gesagt – spannenden 30 Minuten. Den Fokus auf das Ziel gerichtet, die Punkte nicht kampflos zu übergeben, ging es dann auch vorzeitig wieder los. Die Magdeburgerinnen mussten auf Grund der Verletzung von Luisa Witte erneut umstellen. Und so war es Charlene Lemme, die nun auf der Mitte-Position die Fäden im Angriff in der Hand hielt. Unter ihrer Regie gelang es, innnerhalb kurzer Zeit den Halbzeitrückstand in eine Führung umzuwandelm – 18:17 (40.). Doch langsam schwanden die Kräfte. Somit musste Lea Schirmer – in ihrer Funktion als Torhüterin – als Feldspielerin herhalten um anderen einen Pause zu gönnen.
Zwar konnte die Heimsieben stets in Schlagdistanz bleiben, in der 50. Minute gar selbst mit 22:21 erneut in Führung gehen, doch war es dem Abwehrbollwerk um Stadler/Weiland, den Lemm’schen Steals und die schnell vorgetragenen Kontern von Schlossarek und Meiner sowie den herausgeholten Strafwürfen von Wernecke und Leichtenberger zu verdanken, dass 5 Minuten vor Schluss der 23:23 Ausgleichtreffer fiel.

Und nun begann die spannende Schlussphase. Etliche Pfostentreffer auf beiden Seiten. Gleich 2 nichtverwandelte Strafewürfe auf Seiten der Solpkerinnen. Freie Würfe, die einfach nicht ins Tor wollten.

Noch 3 Minuten, Zeitstrafe gegen Weiland. Unterzahl…. Noch 2 Minuten. Siebenmeter für TuS. Drin. 1 Tor vor, aber noch immer Unterzahl. Und die Uhr schien noch langsamer zu laufen. Die Gastgeberinnen mit einem guten Kombinationsspiel, doch der Wurf geht am Gehäuse vorbei. Langsam den Ball holen. Gaaaaanz langsam. Noch etwas mehr als 1 Minute auf der Uhr und noch 30 Sekunden Unterzahl. Das wird knapp mit „Ausspielen“. Doch Charlene Lemme behielt die Nerven, tankt sich gegen 3 durch und verwandelt 40 Sekunden vor Schluss zum 25:23. Das sollte reichen. Doch Solpke nochmal im Angriff. Wieder gut gespielt, doch ein sicherer Catch für Sandy Friebel im TuS-Gehäuse.

Ein echtes Herzschlagfinale wurde belohnt. Sichtliche Erleichterung in allen Gesichtern der TuS-Spielerinnen. Nach dem obligatorischen Handshake schallte es dann mehrfach „Auswärtssieg“ durch die Miester Sporthalle.

Wieder zeigten die Landeshauptstädterinnen eine geschlossene Mannschaftsleistung in der jeder für jeden einstand und aushalf. Charlene Lemme war es, die in Abwesenheit der Müller-Schwestern, die Verantwortung übernahm und das Team scheinbar beflügelte.

 

„Aus der Not eine Tugend gemacht“

 

Am 11.10.2015 kommt es in der heimischen TuS-Halle zum nächsten Stadtderby und zu einem Novum im Spielbezirk Nord. Erstmalig spielen zwei dritte Vertretungen gegeneinander. Die TuS Damen empfangen die ebenso jungen Damen des BSV 93 Magdeburg.

 

TuS: Friebel – Leichtenberger, Weiland, Lemme, Stadler, Meiner, Witte, Wernecke, Schlossarek F., Schirmer