4. Spieltag Verbandsliga Nord 2018/19

HSV Haldensleben – TuS 1860 Magdeburg-Neustadt

36:35 (20:20)

„Da werfen wir endlich Tore en masse und trotzdem verlieren wir…!“

Die letzte Möglichkeit, nur noch 10 Sekunden zu spielen. Der Ball wandert von der linken auf die rechte Seite und landet bei Rechtsaußen Marco Käselitz. Der Routinier, der mit seinen 38 Lenzen (Marco, verzeih mir, wenn ich da entweder 1-2 Jahre dazu- oder weggeschummelt habe) bereits alles gesehen hat, was der Amateurhandball zu bieten hat. Der Junge ist kalt wie eine Hundeschnauze, sicher im Abschluss und absolut nervenstark. Nur in dieser einen Situation zittert dann wohl doch dezent das Handgelenk, der Ball wird vom Haldensleber Goalie gehalten. Die letzten Sekunden laufen von der Uhr, die Halle bebt und feiert gemeinsam mit der Sieben des HSV. Für die die Hausherren steht ein 36:35 Heimsieg an der Anzeigetafel.
Nur wir stehen wieder mit leeren Händen da und schauen bedröppelt aus der Wäsche. Mit der letzten Möglichkeit hatten wir das Unentschieden und einen verdienten Punkt selbst in der Hand. Am Ende war außer Spesen dann leider doch nichts gewesen.

An Marcos vergebener Chance darf man diese Niederlage nun aber wirklich nicht festmachen. 60 Minuten kämpften wir, was das Zeug hielt. Hatten gegen einen der Aufstiegsaspiranten der Verbandsliga in fremder Halle stark gegengehalten. Wir ließen die Haldensleber zu keinem Zeitpunkt des Spiels davonziehen, hatten immer eine Antwort im Angriff parat und konnten streckenweise selbst in Führung gehen. Das Spiel wog hin und her und fand am Ende einen glücklichen Sieger im gastgebenden HSV Haldensleben.

Aber beginnen wir von vorn:
Nachdem am letzten Wochenende im Heimspiel gegen die HSG Altmark West eine unglückliche Niederlage verbucht werden musste, hieß es nun gegen den Tabellenführer aus Haldensleben Flagge zu bekennen und zu zeigen, dass diese Niederlage keineswegs das Leistungsniveau unseres Teams abbildet -> Gesagt, getan!
Ab der ersten Minute überzeugten wir durch Zielstrebigkeit im Angriff. Die gegnerische Führung konnte besonders in der Anfangsphase immer wieder durch Alex Lindert, Clemens Schmelzer oder den neuen Konterflitzer Stefan Meyer ausgeglichen werden.
Was im Angriff immer wieder hervorragend funktionierte, ließ hinten stark zu wünschen übrig. Anders gesagt: vorne hui, hinten pfui!
Im Defensivverbund ließen wir die offensive Zielstrebigkeit der ersten Halbzeit stets vermissen. Besonders über die Mitte oder halblinke Position des HSV schlugen die Bälle reihenweise im Tor ein. Ein David Stolze war nicht zu kontrollieren und warf bis zum Abpfiff insgesamt 16 Tore. Abschütteln ließen wir uns aber nicht, sodass beim Stand von 20:20 die Seiten gewechselt wurden.

Mit dem Anpfiff der zweiten 30 Minuten stellten wir uns in der Abwehr aggressiver und offener gegen den wurfgewaltigen Rückraum des Gastgebers auf. Diese Maßnahme war durchaus erfolgreich. Jedoch blieb es dabei, dass sich weder wir, noch der HSV Haldensleben einen entscheidenden Vorteil erspielen konnte. Über die Stationen 23:23, 28:28, 32:32 und 34:34 bog das Spiel auf die oben beschriebene Zielgerade ein.

Das Ergebnis war durchaus unbefriedigend, die gezeigte Leistung entsprach aber der angekündigten Reaktion auf das letzte Heimspieldebakel. Eine Reaktion, die gezeigt hat, dass wir des Handballspiels mächtig sind und wir nach wie vor mit uns zu rechnen ist!

Im nächsten Spiel, am 06.10.18 geht es ins Derby gegen den Post SV Magdeburg. Wir sind bereit, uns den A…h aufzureißen, um einen Heimsieg einzufahren und hoffen, dass ihr zahlreich erscheinen werdet, um dem Derbygipfel gegen den Sachsen-Anhalt-Liga-Absteiger beizuwohnen!

In diesem Sinne:

1…2…3…Zackebarsch!!!

Für die Statistikfans:
TuS: Strauß, Hoffmann, Feller (Tor), Kirsten (2), Lewin (11), Heinrichs, Käselitz (5), Ebel (2), Weder, Meyer (3), Wohlfromm (3), Marek, Lindert (6), Schmelzer (2)