23. Spieltag Verbandsliga Nord 2018/19

Güsener HC – TuS 1860 Magdeburg-Neustadt

32:26 (17:13)

„Finale, Klappe die erste – verloren, Tabellenletzter!“

Die letzten zehn Minuten laufen. Die „Chrunchtime“ hat begonnen. Güsen führt mit sechs Toren. An sich wäre damit ein Spiel bereits entschieden. Würde es nicht um den Ligaverbleib gehen, würde die führende Mannschaft dieses Spiel locker und entspannt herunterspielen. Vielleicht würde dabei noch das ein oder andere Kabinettsstückchen gezeigt werden. Hätte, hätte, Fahrradkette!

In diesem Spiel ging es eben nicht um die goldene Ananas, sondern um Sekt oder Selters. Sowohl wir als auch der Güsener HC schweben in akuter Abstiegsgefahr! Es war eines dieser Vier-Punkte-Spiele (ja, ja, wir wissen, dass wir frech vom Fußball das Sechs-Punkte-Spiele geklaut haben), in denen um mehr als nur einen Sieg geht. Genau aus diesem Grund stellten wir in den letzten Minuten auf eine offensive Deckung um, was die Hausherren vor größere Hürden stellte als gedacht. Auf einmal wurde aus einem 28:22 ein 28:24. Das Spiel drohte zu kippen und auf unserer Seite setzte sich eine gewisse Euphorie frei. Ein Gefühl, welches nur von kurzer Dauer war. Kurz, da wir uns, wie bereits in den 50 Spielminuten vor der heißen Endphase, wieder einmal selbst im Weg standen. Insgesamt waren im gesamten Spielverlauf über 20 „Fahrkarten“ aus freier Position dabei, wobei die Fehlwürfe in den letzten Spielminuten natürlich besonders schwerwiegend waren. Ehe wir uns versahen, war die Zeit abgelaufen und der Güsener HC wieder auf 32:26 enteilt.
Endergebnis: Die rote Laterne gehört bis zum letzten Spieltag uns!

Doch fangen wir von vorn an. Auch im Spiel gegen die Handballer aus dem Jerichower Land hielten wir die Begegnung (wie so oft) sehr lange ausgeglichen. Bis zur 23. Spielminute lagen wir mit maximal einem Tor im Hintertreffen. Dann allerdings ereilte uns ein erster Nackenschlag, der weh tat. Begünstigt durch eine doppelte Zeitstrafe, durch die wir insgesamt vier Minuten in Unterzahl spielen mussten, setzten sich die Hausherren erstmals etwas deutlicher ab. Zunächst auf 16:13 und in den Folgeminuten nach der langen Unterzahlsituation auf 17:13. Diese schwere Hypothek begleitete uns in die Halbzeit.

In der zweiten Spielhälfte haben wir uns das Ziel gesetzt, konzentrierter im Angriff zu agieren (ja, bereits in der ersten Spielhälfte war unser Offensivspiel durch überhastete oder unüberlegte Abschlüsse geprägt), um das Spiel noch zu unseren Gunsten zu drehen. Das Erreichen dieses Ziels rückte allerdings schnell in weite Ferne, da die Gastgeber bis zur 38. Spielminute auf 22:15 erhöhten. Bis zur 50. Spielminute konnte der Güsener HC diesen Vorsprung verwalten, sodass wir mit diesem Rückstand in die bereits erwähnte Schlussphase einbogen.

Das Resultat ist dem aufmerksamen Leser bereits bekannt.

Die rote Laterne ziert nun am letzten Spieltag unsere Umkleidekabine. Wir wollen diese aber umgehend loswerden und müssen dafür am kommenden Sonntag gegen Wacker Westeregeln punkten, am besten gewinnen! Ein Spiel, in dem es nochmal um alles gehen wird. Ein Spiel, welches durch Charakter und Wille entschieden wird. Wir werden alles versuchen, nach Ablauf der Spielzeit, nicht auf dem letzten Tabellenplatz zu verweilen.

In diesem Sinne:
1…2…3…Zackebarsch!!!

Für die Statistikfans:
TuS: Strauß, Feller, Hoffmann (Tor), Michael, Marek (1), Wohlfromm (3), Lewin (8) Heinrichs (2), Rossbach, Michael, Lindert (1), Käselitz (3), Linde, Käselitz (2),Ebel (5), Schmelzer (4)