Archiv für den Monat: November 2018

10. Spieltag Verbandsliga Nord 2018/19

HV Rot-Weiß Staßfurt – TuS 1860 Magdeburg-Neustadt

31:31 (19:15)

„Auswärtspunkt! Auswärtspunkt! Auswärtspunkt!“

Staßfurt – unbekanntes Terrain – Handballneuland – schicke Halle – der Gegner gänzlich fremd. Das waren die ersten Eindrücke und Gedanken in Bezug auf den „Staffelwechsler“ HV Rot-Weiß Staßfurt. Der letztjährige Tabellensechste der Verbandsliga Süd, nun in der Nordstaffel aktiv, war die Auswärtshürde des zurückliegenden Wochenendes. Ziel war es, den sprichwörtlichen Bock umzustoßen und auch auswärts einen Sieg einzufahren. Ein Sieg, der von der Bedeutung kaum höher einzuschätzen gewesen wäre, da Staßfurt ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf ist, wurde zwar nicht eingefahren. Ein immens wichtiger Punkt durch ein leistungsgerechtes Unentschieden stand am Ende des Spiels dann allerdings doch auf der Habenseite!

Wirklich absehbar war dieses Unentschieden im Spielverlauf jedoch nicht. Lediglich die kühnsten Propheten hätten anhand des Spielverlaufs auf eine Punkteteilung gesetzt und bei den großen Wettbüros abgeräumt. Besonders in der zweiten Halbzeit wog das Spiel hin und her, die Führung wechselte ständig und Unterhaltung war geboten!
Ausgeglichen war lediglich die Anfangsphase des Spiels, in der bis zur 13. Spielminute beim Stand von 7:7 keine Mannschaft dem Spiel seinen Stempel aufdrücken konnte. Dann jedoch war es den Hausherren vorbehalten über die Stationen 10:8, 13:10 und 17:14 auf 19:15 davonzuziehen. Mit dieser deutlichen Führung wurde zum Pausentee gebeten.

Das mussten wir erstmal sacken lassen. In der Kabine wurden die offensichtlichen Fehler angesprochen und die Mannschaft hat verstanden, dass es sich beim Handball um eine Kontaktsportart handelt, bei der der Gegner nicht zum Tore werfen eingeladen, sondern angegriffen und daran gehindert werden darf.

Gesagt – getan! Im Stile einer Spitzenmannschaft und mit breit geschwellter Brust ging es auf das Parkett. Im Hinterkopf die Gewissheit „Die können uns gar nichts!“. Erster Angriff, wir haben den Ball, die Energieanzeige voll aufgeladen, jetzt geht’s los. Endergebnis: Wir verwerfen, der HV Rot-Weiß trifft…
Nun sind es sogar fünf Tore Rückstand. Normalerweise wäre die Aufholjagd damit früh beendet und im Keim erstickt gewesen. Allerdings ließen wir die Köpfe nicht hängen, griffen in den kommenden Minuten beherzter zu, sammelten Tor um Tor und auf einmal glückte in der 37. Spielminute beim 20:20 der Ausgleich. Daraufhin spielten wir uns in einen dezenten Rausch und münzten den Rückstand in eine eigene Führung um, sodass wenig später ein 25:22 aus unserer Sicht in der Zwischenbilanz aufgeführt wurde. Dieses 3-Tore-Polster konnte bis zum 27:24 verteidigt werden. Die Staßfurter jedoch hatten eindeutig etwas dagegen, in heimischer Halle zu verlieren und wehrten sich mit allem was sie hatten. Im Angesicht der drohenden Niederlage setzen sich auch bei den Hausherren wieder Kräfte frei, die wir dort nicht mehr vermuteten. Beim 27:27 neun Minuten vor Schluss war alles wieder ausgeglichen. Das Pendel war nicht nur ausgeglichen, sondern schlug nun wieder zu Gunsten der Handballjungs aus Staßfurt aus, welche ihrerseits mit 30:28 in Führung gingen. Begünstigt wurde diese Führung durch fehlende Konzentration im Angriff. Die letzten fünf Spielminuten drehten wir die Konzentrationsschraube allerdings nochmals ein Stückchen an, sodass in der letzten Spielminute der 31:31 Ausgleich erzielt wurde. Mit dem Schlusspfiff erhielt der Gastgeber noch einen Freiwurf. Wir stellten uns auf, machten uns so groß wie wir konnten und am Ende verpuffte die letzte Möglichkeit des HV Rot-Weiß.

Dieser eine Punkt ist für uns ein Punktgewinn auf der Tour gegen den Abstieg. Ein verrücktes Spiel nahm ein versöhnliches Ende. Am kommenden Wochenende gegen den Güsener HC muss dieser Trend fortgesetzt werden. Mit einer ähnlichen Leidenschaft ist auch im Heimspiel gegen einen weiteren Tabellennachbarn ein Punktgewinn, hoffentlich ein doppelter, möglich!
In diesem Sinne:

1…2…3…Zackebarsch!!!

Für die Statistikfans:
TuS: Strauß, Marek(Tor), Lewin (13), Heinrichs (5), Ebel (1), Weder, Käselitz (2), Meyer (1), Kirsten (2), Wohlfromm (5), Schmelzer (2)

9. Spieltag Verbandsliga Nord 2018/19

TuS 1860 Magdeburg-Neustadt – LSV 90 Klein Oschersleben

29:24 (14:15)

„Heureka! Es ist vollbracht!“

Ich schau mich um. Skeptisch schweift mein Blick von links nach rechts. Was ich da sehe, wage ich kaum in Worte zu fassen. Überall um mich herum lachende Gesichter. Ich schau mich nochmals um, suche leicht verkrampft nach dem Fehler im System. Da bemerke ich die Anzeigetafel. In Richtung meiner Bank zeigt eine 29, zur gegnerischen Gästebank nur eine 24. Soll das wirklich möglich sein? Plötzlich wird die Anzeigetafel verdeckt – Shakehands der Trainer. Nur hat unser Coach heute dieses gewisse „Siegergesicht“ aufgesetzt. Diese verschmitzte Mischung aus Konzentration, Respekt und unendlicher Genugtuung des Sieges wegen, welche ein Lächeln erzeugt, was krampfhaft zu unterdrücken versucht wird. Die ersten Mitspieler laufen an mir vorbei und bilden einen Kreis, reißen mich förmlich mit sich und dann merke auch ich: Ja, das ist kein Traum! Wir haben gewonnen!!

So oder so ähnlich könnten sich einige von uns am Sonntag nach dem Abpfiff gegen den LSV 90 Klein Oschersleben gefühlt haben.
Wir geben zu, der Sieg war ein absoluter Pflichtsieg. Doch in der momentanen Situation ist nichts selbstverständlich. Neben der Umgewöhnung an die Gegebenheiten der neuen Halle (nein, wir schlagen jetzt keine erneuten Tiraden gegen das Verbot von Haftmitteln!) fehlen uns immer wieder elementare Spieler zu einzelnen Partien, was die momentane Situation nicht rechtfertigen soll, aber leider auch nicht zum Positiven beiträgt.
Die Summation der Dinge führte in den letzten Wochen dazu, dass spätestens in der zweiten Halbzeit bei uns der Faden gerissen und der Anschluss zum Gegner verloren wurde. Im zurückliegenden Spiel gegen Klein Oschersleben war das jedoch der Nährboden für ein Zusammenrücken in der Mannschaft. Fehlende Alternativen führen irgendwann dazu, dass man akzeptiert, was nicht zu verhindern ist und das Beste daraus macht.
An der Stelle muss erwähnt werden, dass wir hier auf sehr hohem Niveau meckern. Zuletzt sind wir zwar ersatzgeschwächt aber immer mit mindestens neun Leuten aufgelaufen. Im Spiel gegen den LSV 90 war es dann zusätzlich die Unterstützung von Kai Thiem und Christian Nestler aus unserer zweiten Mannschaft und ein Comeback des eigentlich im „Handballruhestand“ befindlichen Sven Micheal, welche uns beflügelte!

In der ersten Halbzeit jedoch taten wir uns nach wie vor schwer. Irgendwie merkte man an allen Ecken und Enden, dass das Selbstbewusstsein derzeit nicht allzu hoch an den TuS-Bäumen hängt!
Nach einer 1:0-Führung unsererseits war innerhalb der ersten 30 Minuten dann Oschersleben die stets in Front liegende Mannschaft.
In einem sehr niveauarmen Spiel hieß es für uns, über die Stationen 3:3, 5:5, 8:10, 12:12 und schließlich zum Halbzeitpfiff beim 14:15 den Bezug zum Spiel nicht zu verlieren.
Eine Situation, in der wir uns vor einigen Wochen noch gegenseitig zerfleischt hätten, die uns heute aber durchaus bekannt ist und uns für die zweite Spielhälfte die nötige Motivation verschaffte. Man lernt eben aus seinen Erfahrungen!

Mit der Gewissheit, dass eine weitere Niederlage wohl den Absturz für uns bedeuten würde und einer gehörigen Portion Mut und Leidenschaft, starteten wir furios in die zweite Halbzeit.
Aus einem 14:15-Rückstand wurde eine 18:15-Führung. Diese Führung nochmal aus der Hand zu geben, kam uns nicht in den Sinn und doch wurde es nochmal eng. Bis zur 45. Minute rückten die Gäste beim 21:20 nochmal auf ein Tor heran. Der bisher in dieser Saison „normale“ Verlauf hätte bedeutet, dass dieses Spiel in dieser Situation zu Gunsten des LSV 90 gekippt wäre. Doch dieses Mal sollte es anders kommen. Max Feller lief nach zunächst schwachem Beginn zur Höchstform auf. Als wenn er es nicht auf sich sitzen lassen wollte, einfache Würfe an sich vorbeifliegen zu lassen, vernagelte er die letzten 15 Minuten seinen Kasten und war ein wichtiger Erfolgsgarant. Neben einer starken Torhüterleistung drehte Erik Lewin weiter im Angriff seine Kreise und wurde in den letzten 15 Minuten durch den wiedergenesenen Tino Kirsten und die besonders agilen Stefan Heinrichs und Marco Käselitz tatkräftig unterstützt.

Wenn hier nur vier Namen Erwähnung finden, bedeutet das nicht, dass der Rest der Mannschaft nicht seinen Teil zum Sieg beigetragen hätte. Der Erfolg gegen Oschersleben begann mit der Unterstützung aus unserer „Zweiten“, ging über in die ständige Motivation von unserer Bank aus gesehen und mündete im Torerfolg durch wen auch immer!

Mit dieser Leistung kann der Blick nach vorn gerichtet werden. Diesen Erfolg gilt es, als Energydrink für das Selbstbewusstsein zu nutzen. Diese zwei Pluspunkte sind wichtig im Kampf gegen den Abstieg!
Mit einer solch couragierten Leistung, die in Halbzeit #2 gezeigt wurde, können auch andere Gegner geschlagen werden.
Vielleicht ja direkt im nächsten Spiel ein weiterer Tabellennachbar, wenn es zur zweiten Vertretung des HV Rot-Weiß Staßfurt geht.
Wir werden alles dafür tun, auch in der Ferne einen Sieg einzufahren!

In diesem Sinne:
1…2…3…Zackebarsch!!!
Für die Statistikfans:
TuS: Strauß, Feller (Tor), Lewin (10), Heinrichs (6), Ebel (1), Lindert (1), Weder, Käselitz (6), Michael, Marek, Meyer (1), Kirsten (4), Schmelzer

8. Spieltag Verbandsliga Nord 2018/19

SG Seehausen – TuS 1860 Magdeburg-Neustadt

28:23 (17:9)

„Und weiter geht die wilde (Tal)-Fahrt“

Der achte Spieltag führte uns in die Altmark zur SG Seehausen, einem der Spitzenteams der Verbandsliga und durchaus einer der Aufstiegsaspiranten der aktuellen Saison. Wenn man so will stellt das Team aus Seehausen das Pendant zu uns dar. So kämpft Seehausen mit Glinde, Haldensleben und erweitert um die Mannschaften aus Gommern und Post Magdeburg um den Aufstiegsplatz und wir kämpfen am Tabellenende um die Existenz in der Liga. Denkbar ungünstige Voraussetzungen, wenn es auswärts für uns darum geht, Punkte für den Klassenverbleib einzusammeln. So kam, was kommen musste: wir haben verloren!
Und dennoch waren die Möglichkeiten gegeben, auch in Seehausen besser abzuschneiden und etwas Zählbares aus der Ferne mitzubringen. Wir scheiterten, wie zuletzt so oft, wieder an uns selbst.

Nachdem wir mit einer Zwei-Tore-Führung in das Spiel gestartet sind, waren die Weichen auf eine Überraschung gestellt. Seehausen musste sich erst einmal fangen und sortieren. Diese kurze Schwächephase konnte der Gastgeber aber schnell beenden. Nach dem Ausgleich in der vierten Spielminute folgten bis zum Abschluss des ersten Spielviertels auf Seiten der Altmärker weitere sechs Tore und unsererseits lediglich ein mageres Törchen. Beim zwischenzeitlichen 8:3 aus Sicht der Hausherren lag ein Debakel in der Luft.
Diese komfortable Führung wusste Seehausen bis zur Halbzeit auszubauen. Zwar mündete der Spielverlauf der ersten 30 Minuten nicht im angesprochenen Debakel, jedoch konnte die SG Seehausen bis zum Pausentee auf ein spielentscheidendes 17:9 davonziehen.

Die zweite Halbzeit begann wieder nach einem bereits bekannten Schema. Anstatt aufzudrehen und Schritt für Schritt die Führung des Gegners zu egalisieren, enteilte die SG bis zur 40. Spielminute auf 22:12. Spätestens jetzt zeichnete sich ab, dass die Überraschung in der Altmark ausblieb. Alles deutete daraufhin, dass dieses Spiel nun doch in einer deutlichen Auswärtsschlappe mündete. Ab der 48. Spielminute nahmen die Gastgeber allerdings das Tempo aus dem Spiel, wechselten munter durch und gaben auch den jüngeren Spielern Möglichkeiten, sich zu zeigen. Allein aufgrund der dünnen Personaldecke spielten wir jedoch nahezu mit der gleichen Sieben durch und konnten somit unsererseits einen Bruch im Spiel vermeiden. Durch diesen Umstand begünstigt konnten wir bis zum Spielende Ergebniskosmetik betreiben und auf das abschließende 28:23 verkürzen.

Am Ende bleibt festzuhalten, dass die Talfahrt weiter anhält und seit dem ersten Spieltag auf ein weiteres Erfolgserlebnis gewartet wird.
Dieses Erfolgserlebnis muss sich aber schnell einstellen, wenn man auch in der kommenden Saison weiterhin der Verbandsliga zugehörig sein will!
Am kommenden Wochenende geht es gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenverbleib. Im Heimspiel in der Klosterwuhne stellt sie die Mannschaft des LSV 90 Klein Oschersleben in der Landeshauptstadt vor. Ein Spiel was unbedingt gewonnen werden muss!!

Bienvenido Abstiegskampf!!!

In diesem Sinne:
1…2…3…Zackebarsch!!!

Für die Statistikfans:
TuS: Strauß (Tor), Lewin (5), Heinrichs, Ebel, Lindert (3), Weder, Käselitz (7), Wohlfromm (5), Schmelzer (3)