10. Spieltag Verbandsliga Nord 2018/19

HV Rot-Weiß Staßfurt – TuS 1860 Magdeburg-Neustadt

31:31 (19:15)

„Auswärtspunkt! Auswärtspunkt! Auswärtspunkt!“

Staßfurt – unbekanntes Terrain – Handballneuland – schicke Halle – der Gegner gänzlich fremd. Das waren die ersten Eindrücke und Gedanken in Bezug auf den „Staffelwechsler“ HV Rot-Weiß Staßfurt. Der letztjährige Tabellensechste der Verbandsliga Süd, nun in der Nordstaffel aktiv, war die Auswärtshürde des zurückliegenden Wochenendes. Ziel war es, den sprichwörtlichen Bock umzustoßen und auch auswärts einen Sieg einzufahren. Ein Sieg, der von der Bedeutung kaum höher einzuschätzen gewesen wäre, da Staßfurt ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf ist, wurde zwar nicht eingefahren. Ein immens wichtiger Punkt durch ein leistungsgerechtes Unentschieden stand am Ende des Spiels dann allerdings doch auf der Habenseite!

Wirklich absehbar war dieses Unentschieden im Spielverlauf jedoch nicht. Lediglich die kühnsten Propheten hätten anhand des Spielverlaufs auf eine Punkteteilung gesetzt und bei den großen Wettbüros abgeräumt. Besonders in der zweiten Halbzeit wog das Spiel hin und her, die Führung wechselte ständig und Unterhaltung war geboten!
Ausgeglichen war lediglich die Anfangsphase des Spiels, in der bis zur 13. Spielminute beim Stand von 7:7 keine Mannschaft dem Spiel seinen Stempel aufdrücken konnte. Dann jedoch war es den Hausherren vorbehalten über die Stationen 10:8, 13:10 und 17:14 auf 19:15 davonzuziehen. Mit dieser deutlichen Führung wurde zum Pausentee gebeten.

Das mussten wir erstmal sacken lassen. In der Kabine wurden die offensichtlichen Fehler angesprochen und die Mannschaft hat verstanden, dass es sich beim Handball um eine Kontaktsportart handelt, bei der der Gegner nicht zum Tore werfen eingeladen, sondern angegriffen und daran gehindert werden darf.

Gesagt – getan! Im Stile einer Spitzenmannschaft und mit breit geschwellter Brust ging es auf das Parkett. Im Hinterkopf die Gewissheit „Die können uns gar nichts!“. Erster Angriff, wir haben den Ball, die Energieanzeige voll aufgeladen, jetzt geht’s los. Endergebnis: Wir verwerfen, der HV Rot-Weiß trifft…
Nun sind es sogar fünf Tore Rückstand. Normalerweise wäre die Aufholjagd damit früh beendet und im Keim erstickt gewesen. Allerdings ließen wir die Köpfe nicht hängen, griffen in den kommenden Minuten beherzter zu, sammelten Tor um Tor und auf einmal glückte in der 37. Spielminute beim 20:20 der Ausgleich. Daraufhin spielten wir uns in einen dezenten Rausch und münzten den Rückstand in eine eigene Führung um, sodass wenig später ein 25:22 aus unserer Sicht in der Zwischenbilanz aufgeführt wurde. Dieses 3-Tore-Polster konnte bis zum 27:24 verteidigt werden. Die Staßfurter jedoch hatten eindeutig etwas dagegen, in heimischer Halle zu verlieren und wehrten sich mit allem was sie hatten. Im Angesicht der drohenden Niederlage setzen sich auch bei den Hausherren wieder Kräfte frei, die wir dort nicht mehr vermuteten. Beim 27:27 neun Minuten vor Schluss war alles wieder ausgeglichen. Das Pendel war nicht nur ausgeglichen, sondern schlug nun wieder zu Gunsten der Handballjungs aus Staßfurt aus, welche ihrerseits mit 30:28 in Führung gingen. Begünstigt wurde diese Führung durch fehlende Konzentration im Angriff. Die letzten fünf Spielminuten drehten wir die Konzentrationsschraube allerdings nochmals ein Stückchen an, sodass in der letzten Spielminute der 31:31 Ausgleich erzielt wurde. Mit dem Schlusspfiff erhielt der Gastgeber noch einen Freiwurf. Wir stellten uns auf, machten uns so groß wie wir konnten und am Ende verpuffte die letzte Möglichkeit des HV Rot-Weiß.

Dieser eine Punkt ist für uns ein Punktgewinn auf der Tour gegen den Abstieg. Ein verrücktes Spiel nahm ein versöhnliches Ende. Am kommenden Wochenende gegen den Güsener HC muss dieser Trend fortgesetzt werden. Mit einer ähnlichen Leidenschaft ist auch im Heimspiel gegen einen weiteren Tabellennachbarn ein Punktgewinn, hoffentlich ein doppelter, möglich!
In diesem Sinne:

1…2…3…Zackebarsch!!!

Für die Statistikfans:
TuS: Strauß, Marek(Tor), Lewin (13), Heinrichs (5), Ebel (1), Weder, Käselitz (2), Meyer (1), Kirsten (2), Wohlfromm (5), Schmelzer (2)